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Dienstag, 8. September 2026

Plattdeutsch-Wettbewerb „Vertell doch mal“: Ein Fest der Sprache

Der Plattdeutsch-Wettbewerb „Vertell doch mal“ hat in diesem Jahr zahlreiche Autoren ausgezeichnet und zeigt die lebendige Tradition der niederdeutschen Sprache.

Sophie Weber · · 3 Min. Lesezeit

Vor einigen Wochen nahm ich an einem ganz besonderen Ereignis teil, dem Plattdeutsch-Wettbewerb „Vertell doch mal“. In einem kleinen, gemütlichen Saal, der mit Bildern von Landschaften und historischen Momenten der norddeutschen Kultur dekoriert war, trafen sich leidenschaftliche Autoren, um ihre Geschichten und Gedichte in ihrer eigenen, regionalen Sprache vorzutragen. Während ich den Klängen des Plattdeutschen lauschte, spürte ich eine tiefe Verbundenheit mit der traditionellen Sprache, die in dieser Form lebendig gehalten wird.

Die Atmosphäre war voller Freude und Aufregung. Die Teilnehmer, junge und alte Stimmen, trugen ihre Werke vor und wechselten mit Leichtigkeit zwischen den verschiedenen Dialekten des Plattdeutschen. Es war beeindruckend zu erkennen, wie vielfältig und nuanciert die niederdeutsche Sprache ist. Von humorvollen Erzählungen über das tägliche Leben bis hin zu tiefgründigen, gefühlvollen Gedichten – die Werke spiegelten die reiche Kultur und die Erlebnisse der Menschen wider, die in dieser Region leben.

Besonders berührend war der Moment, als eine ältere Dame, die in ihrem kleinen Dorf aufgewachsen war, ihre Geschichte vorlas. Sie erzählte von den Traditionen ihrer Kindheit, von den Menschen und den Bräuchen, die für sie Heimat bedeuten. Ihre Worte waren nicht nur ein Rückblick in die Vergangenheit, sondern auch ein liebevolles Plädoyer für die heutige Generation, die Sprache und die Geschichten ihrer Vorfahren zu bewahren.

Die Jury des Wettbewerbs, bestehend aus eingefleischten Plattdeutsch-Liebhabern und Fachleuten, hatte die schwierige Aufgabe, die besten Beiträge auszuwählen. Die gewonnenen Preise waren eine Anerkennung für die kreativen Köpfe, die, egal ob sie neu im Schreiben waren oder bereits erfahrene Autoren, mit viel Herzblut und Engagement an dem Wettbewerb teilnahmen. Das Feedback der Jury war durchweg positiv und unterstrich die immense Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Kultur und den Erhalt der Plattdeutschen Sprache.

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war die Tatsache, dass viele der Zuhörer nicht nur passive Zuschauer waren; sie wurden aktiv in die Lesungen einbezogen. Ein offenes Mikrofon und die Möglichkeit, eigene Geschichten zu erzählen, sorgte für eine lebendige Diskussion. Es war, als ob jeder mit einem Teil seiner eigenen Geschichte zum Gesamtbild beitrug. Diese Interaktion schuf eine Verbindung zwischen den Autoren und dem Publikum, die es ermöglichte, die Sprache auf eine lebendige und ergreifende Weise zu erleben.

Die Auszeichnung der besten Autoren schloss nicht nur die Verleihung von Preisen ein, sondern auch die Möglichkeit zur Veröffentlichung ihrer Werke in einer Anthologie, die die besten Stücke des Wettbewerbs versammelt. Diese Veröffentlichung wird nicht nur die Autoren selbst feiern, sondern auch das Erbe des Plattdeutschen weitertragen, indem sie einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird.

Während ich an diesem besonderen Tag in die Gesichter der Menschen blickte, erkannte ich, dass der Wettbewerb weit mehr war als nur eine Plattform für literarisches Schaffen. Er war ein Fest der Gemeinschaft, ein Zeichen dafür, dass die Plattdeutsche Sprache nicht im Verborgenen leben muss, sondern durch solche Initiativen aktiv gefördert und gefeiert werden kann. Die Leidenschaft und das Engagement, das in den Geschichten lebte, waren ansteckend. Es machte deutlich, dass Plattdeutsch nicht nur eine Sprache ist, sondern auch eine Identität, die es zu wahren gilt.

Durch den Wettbewerb „Vertell doch mal“ wird sichtbar, wie wertvoll die Plattdeutsche Sprache ist und wie sie durch den kreativen Ausdruck der Menschen lebendig gehalten wird. Diese Art von Veranstaltungen ist von großer Bedeutung, um die Kultur zu bereichern und die Sprachtraditionen zu bewahren. Ich bin dankbar, Teil dieses inspirierenden Ereignisses gewesen zu sein und freue mich auf die nächsten Wettbewerbe, bei denen wir weiterhin die Stimmen des Plattdeutschen hören können.